Marguerite 1 de

Tambacounda, 8.9.2014

„Bananen anbauen und verkaufen ist ein mühsames Geschäft und nicht besonders profitabel" erklärt Marguerite Thiaw, eine engagierte Unternehmerin aus Tambacounda, Senegal. Um Lebensmittel nachhaltig anzubauen und zu vertreiben, braucht es Lösungen für die Bewässerung von Feldern, Landmaschinen, Kühlkammern und eine gut funktionierende und ebenfalls gekühlte Logistikkette. All dies findet man recht selten im ländlichen Afrika.

Leckere Produkte aus Bananen
„Der Trick liegt in der Veredelung, der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln. Aus Bananen beispielsweise kann man tolle Produkte herstellen und diese lokal aber auch überregional verkaufen" schwärmt Marguerite. Mit fünf Frauen stellt sie in ihrem Laden Mehl, Couscous, Seifen, Säfte etc. her – alles aus Bananen. „Bananen Coucous ist wesentlich nahrhafter als herkömmlicher Couscous. Kuchen aus Bananenmehl schmecken einfach köstlich". Das glauben wir gerne.

Marguerite 2 deMarguerite Thiaw ist nicht nur leidenschaftliche Unternehmerin. Sie teilt ihre Erfahrung auch mit anderen Frauen. So leitet sie eine Frauen-Kooperative mit über 100 Frauen, die alle in der Transformation von Nahrungsmitteln, hier speziell Bananen, Papaya, Mangos geschult sind. Marguerite wünscht sich, dass viele weitere kleine Unternehmen entstehen. Dieses Talent hat auch Ashoka erkannt – eine internationale Organisation, die Sozial Unternehmer unterstützt, ihre Visionen für ein nachhaltigeres Leben umzusetzen. Drei Jahre lang hat Ashoka Marguerite unterstützt. Nun steht sie auf eigenen Füßen.

Wie ist Marguerite auf diese Idee gekommen? „Ich habe neun Kinder", erzählt sie. „Als das letzte Kind, ein Mädchen, geboren wurde, hatte ich nicht viel Hoffnung. Sie war sehr schwach. Ich begann, zu experimentieren. Ich habe die Bananen unter den Sonne getrocknet, sie später zu Mehl verarbeitet, mit Milch gemischt und so einen sehr nahrhaften Brei für mein Kind hergestellt. Innerhalb von einem Monat hat sie ihr Gewicht verdoppelt. Die Frauen aus dem Dorf kamen und ließen sich von mir zeigen, wie ich das gemacht habe. Das hat mich inspiriert. Nun fing ich an, alles auszuprobieren, was man mit Bananen machen kann".

Marguerite 3 deSolarenergie unterstützt Verkauf und Konservierung

Aber hier macht Marguerite noch lange nicht Halt. Sie investiert nun in Solarenergie. „Mein Geschäft braucht Licht. Ab 19 Uhr ist es dunkel. Aber abends ist die Zeit, wo meine Kunden vom Feld kommen. Die Solarinstallation von Bonergie ermöglicht mir nun neben Licht auch den Betrieb eines Solarkühl- und Gefrierschranks. Meine Produkte bleiben länger haltbar". Kaum war der Kühlschrank installiert, sprudelt sie nur vor neuen Ideen. Frische Fruchtsäfte, Eis und vieles mehr möchte sie nun verkaufen.

„Ich wünsche mir einen professionellen Solar Früchtetrockner. Das Trocknen unter der Sonne entzieht den Früchten zu viele Vitamine und auch die Insekten machen mir große Sorgen. Ich verkaufe ja u.a. Babynahrung und deshalb müssen meine Produkte 100 Prozent Bio sein. Insektizide kann und will ich nicht einsetzen". Wir von Bonergie sind sicher, dass sie mit dieser Dynamik und Leidenschaft sich diesen Wunsch auch bald erfüllen kann.

Gabriele Schwarz